Wenn Nahrungsmittel das Leben bedrohen

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Unsere Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten nehmen drastisch zu

Wenn Nahrungsmittel das Leben bedrohen

Nahrungsmittel-Allergien können tödlich enden

Wenn nach dem Genuss eines Honigbrötchens Atemnot auftritt oder sich nach dem Verzehr von Nüssen ein Ausschlag zeigt, kann man von einer Nahrungsmittel-Allergie sprechen - wenn man denn den Zusammenhang zwischen dem Verzehr und der Allergie herstellt. Wenn nicht, können nicht erkannte Nahrungsmittel-Allergien sogar tödlich auswirken. Solche heftigen Folgen sind zwar in der Regel selten, können aber passieren, wenn z.B. ein akuter Kreislaufzusammenbruch erfolgt. Leider nehmen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten drastisch zu.

Immer häufiger sind Kinder betroffen, deren Immunsystem noch sehr empfindlich ist. Farb- oder Konservierungsstoffe stehen dabei auf der Liste der Unverträglichkeitsstoffe neben Nahrungsmitteln wie Hühnereiweiß, Fisch oder Milchprodukte ganz oben. Hier gilt: Je früher eine Nahrungsmittel-Allergie erkannt wird, umso höher ist die Chance sie wirksam zu bekämpfen.
Aber auch wenn man weiss, gegen was man allergisch ist, gibt es viele Fallen, in die man beim Einkaufen tappen kann. Oder wussten Sie, dass in fast allen Wurstsorten Milch enthalten ist? Wer völlig unsicher ist, dem bleibt nur der Weg ins Reformhaus. Hier kann er sicher sein, dass in den Nahrungsmittel wirklich nur das enthalten ist, was auch auf der Verpackung abgedruckt ist.

Hier eine kurze Zusammenfassung über die häufigsten Nahrungsmittel-Allergie-Auslöser und wo sie sich u.a. verstecken.

Milch
Allgemein
Milch ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Natürlich in den klassischen Milchprodukten wie Sahne, Butter, Käse, Quark, Schafs- oder Ziegenkäse, Pudding und nicht zu vergessen in der Margarine. Weniger bekannt ist, dass man Milch auch für Schmalz, Brot und Backwaren, Schokolade und Speiseeis braucht. Wo man sie überhaupt nicht erwartet, ist wie schon gesagt, in der Wurst.
Da die Kuhmilch in fast allen Grundnahrungsmitteln vorkommt, ist es auch nicht verwunderlich, dass sie an erster Stelle der Nahrungsmittelallergene steht. Der Mensch kann bereits als Säugling damit sensibilisiert werden, denn die „Kuhmilchinformation“ wird mit der Muttermilch weitergegeben.
Symptome
Häufig ist der Magen- und Darmtrakt betroffen. Hauptsächlich zeigt sich eine Milchunverträglichkeit aber auf der Haut in Form von Ekzemen und Neurodermitis.

Eier
Allgemein
Allergische Reaktionen werden hauptsächlich durch das in Hühnereiern enthaltene Eiweiß hervorgerufen. Wie auch bei der Milch ist es schwierig alle Lebensmittel zu erkennen, in denen Eiweiß enthalten ist. Backwaren, Mayonnaise, Nudeln, Schokolade, Sojaprodukte, Speiseeis und Schokolade sind dabei noch nachzuvollziehen. Aber auch in Wurst und Fleischgerichten ist Eiweiß enthalten. Problematisch wird es, wenn es als Bindemittel eingesetzt wird, wie z. B. in Mehl.
Symptome
Die Reaktionen einer Hühnereinweißallergie können recht stark sein und reichen bis zum anaphylaktischen Schock (Kreislaufversagen).

Fisch/Krebstiere
Allgemein
Die Stoffe, die eine Fisch- oder Krebstierallergie auslösen können, sind vielfältig. Hauptsächlich löst das Fischeinweiß Fischallergien aus. Problematisch können aber auch Schadstoffe wie Schwermetalle oder Pestizide werden, die der Fisch oder das Krebstier angesammelt hat. Bei den Fischen kann man leider nicht sagen, dass lediglich eine Art für die Allergie verantwortlich ist. Meistens ist eine ganze Gruppe verschiedener aber meist verwandter Fische dafür verantwortlich. In Deutschland ist der Kabeljau die meist allergieauslösende Fischart.
Fisch wird oft in Fertigprodukten oder in Salat verarbeitet. Man kann aber auch Spuren in Hühnereiern, Geflügel- oder Schweinefleisch feststellen. Dies kommt daher, dass diese Tiere oft mit Fischmehl gefüttert werden.
Krebstiere werden oft in Salat oder Fertiggerichten verwendet. Hier sind sie allerdings auf der Verpackung kennzeichnungspflichtig.
Symptome
Alle Arten von Allergien bis hin zum anaphylaktischen Schock.

Getreide
Allgemein
In Roggen, Weizen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Emmer, Einkorn, Kamut u. a. sind Gluteline enthalten. Die gute Nachricht ist, dass alle diese Getreidearten auf den Lebensmittelverpackungen gekennzeichnet sein müssen. Das Gluten somit auch in Backwaren, Nudeln oder Panade enthalten sind, ist nachzuvollziehen. Aber auch in Spirituosen sind Gluten enthalten (z.B. Bier).
Symptome
Hauptsächlich rufen Gluten eine Überempfindlichkeit der Dünndarmfunktionen hervor.

Nüsse
Allgemein
Bei Nüssen muss man wieder sehr aufpassen. Sie sind starke Allergene der entsprechenden Unverträglichkeiten weit verbreitet sind. Hasel-, Wal- und Paranusseiweiß gehören zu den häufigsten Auslösern. Allerdings müssen auch Mandeln, Pecannüsse und Pistazien neben den drei gerade genannten auf Lebensmittelverpackungen gekennzeichnet werden. Nüsse sind in vielen weiteren Lebensmitteln enthalten. Dies macht den Einkauf trotz Kennzeichnungspflicht nicht gerade leichter. Häufig werden Nüsse oder Spuren davon in Fertigprodukten, Schokolade, Keksen oder Kuchen versteckt. Aber auch in Nougat, Marzipan, Brot, Bonbons, Brühwurst, Creme, Joghurt, Müsli, Pasteten, Speiseeis, Pudding- und Cremepulver und Spirituosen findet man Nüsse - nur um die häufigsten zu nennen.
Symptome
Kontaktallergische Reaktionen kommen häufig vor und kann z.B. durch die Schwellung der Schleimhaut in Mund und Rachen bedrohliche Folgen haben.

Soja (Hülsenfrüchte)
Allgemein
Obwohl oft als Alternative bei Kuhmilchallergien verwendet, kann die Sojamlich ebenfalls Allergien auslösen. Die Sojabohne ist als Eiweißlieferant bekannt und oft Grundstoff von Emulgatoren. Wer gegen Soja allergisch ist, bei dem ist auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er auf alle weiteren Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Erdnüsse (extra aufgeführt) und Cashewkerne ebenfalls allergisch reagieren kann. Das Soja in Tofu enthalten ist, ist den meisten Leuten bekannt. Aber auch in Margarine, Öl, Backwaren, Saucen und in Fertiggerichten kann Soja enthalten sein. Wer im Ausland Bier trinken möchte, sollte bedenken, dass es dort kein deutsches Reinheitsgebot gibt. Aus diesem Grund ist Soja auch oft in ausländischen Biersorten enthalten.
Symptome
Alle Arten von Allergien.

Gewürze - Kräuter
Allgemein
Zu den hochallergenen Gewürzen zählen Sellerie und Senf. Beim Sellerie können schon leichte Spuren im Kochwasser eine Reaktion hervorrufen. Im November 2005 wurden Sellerie und Senf mit in die Liste der gesondert ausgewiesenen Lebensmittel aufgenommen. Denn gerade bei vorgewürzten Speisen, Fertiggerichten, Salatdressings oder Würzmischungen werden beide Gewürze häufig verwendet.
Auch bei Anis, Curry, Lorbeerblättern, Paprika und Pfeffer wurden allergische Reaktionen beobachtet. Gemüsezwiebeln, Knoblauch, Porree, Schnittlauch und Zwiebelgewürze können ebenfalls Allergien auslösen.
Wer Basilikum, Dill, Liebstöckel, Salbei, Thymian oder Zitronenmelisse für seine Speisen benutzt, kann ebenfalls Allergien auslösen. Hierbei ist die Frische der Kräuter wichtig.
Symptome
Alle Arten von Allergien.

Erdnüsse
Allgemein
Erdnüsse gehören zu den Hülsenfrüchte und sind gefährliche Allergene. Es kann zu Kreuzreaktionen mit anderen Hülsenfrüchten wie z. B. dem Soja kommen. Das in den Erdnüssen enthaltene Eiweiß ist in der Regel für die allergischen Reaktionen verantwortlich. In Knabbereien, Fertiggerichten, Fastfood, Backwaren und Süßigkeiten findet man die Erdnuss wieder. Richtig trügerisch wird es, wenn Erdnussöl verwendet wird. Denn dies findet man u. a. auch in einigen Tabletten und in Badezusätzen.
Symptome
Luftnot, Schleimhautschwellungen bis hin zu lebensbedrohlichen Kreislaufstörungen.

Es gibt noch weitere Stoffe, die Allergien hervorrufen können. Hierzu gehören z.B. auch Schwefeldioxid und Sulfide. Gegen was man wirklich allergisch ist, kann am Besten der Allergologe herausfinden. Darum kann man nur jedem raten, einen Arzt aufzusuchen, wenn sich allergische Reaktionen zeigen. Leider sind die Ursachen heutzutage so vielfältig geworden, dass man alleine kaum eine Möglichkeit hat, diese zu erkennen. (AHB)