Kosmetische Fußprothesen sehen gut aus und verbessern Gangbild

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  • Guido Ziemba, Orthopädie-Mechaniker und Bandagistenmeister aus Westerstede.
  • Guido Ziemba, Orthopädie-Mechaniker und Bandagistenmeister aus Westerstede.
    Guido Ziemba, Orthopädie-Mechaniker und Bandagistenmeister aus Westerstede. (Copyright: Guido Ziemba)

Interview mit Guido Ziemba, Orthopädie-Mechaniker- und Bandagistenmeister:

Kosmetische Fußprothesen sehen gut aus und verbessern Gangbild

Durch neue Materialien erhöht sich der Nutzen für die Betroffenen

Normalerweise kommen bei einer Amputation im Mittelfußbereich orthopädische Maßschuhe zum Einsatz. Allerdings wird so das Gangbild verändert. Wenn der Betroffene barfuß gehen möchte, kann er dies nur, wenn er sein Handicap zeigt. Mittlerweile kann man hier aber durch eine Vorfußprothese Abhilfe schaffen. GuG-Gesundheit sprach mit Guido Ziemba, Inhaber des Sanitätshauses Ziemba in Westerstede und Orthopädie-Mechaniker- und Bandagistenmeister über das Thema:

GuG-Gesundheit: Wie muss man sich die Handhabe mit einer Vorfußprothese vorstellen?
Guido Ziemba: Eine Vorfußprothese muss natürlich genauso individuell hergestellt werden, wie ein orthopädischer Maßschuh. Sie kann durch die Dehnbarkeit des Materials genauso an- und ausgezogen werden wie ein Schuh und sitzt genauso fest.

GuG-Gesundheit: Aus welchem Material werden denn die Vorfußprothesen angefertigt?
Guido Ziemba: Aus hochtemperaturvernetzendem Silikon. Einmal in Form gebracht bietet das Material dem Betroffenen viele Vorteile. Der wichtigste - neben dem ästhetischen Aspekt - ist sicherlich der, dass die Geh-Bewegung in ein weitgehend natürliches Gangbild umgesetzt wird - es fällt Außenstehenden kaum noch auf, dass hier ein Handicap vorliegt. Das liegt daran, dass das HTV-Silikon eine so hohe Biegesteifigkeit im Vorfußbereich gewährleistet, dass der für das Laufen und Stehen wichtige Vorfusshebelarm durch Lastübertragung an den Stumpf wiederhergestellt wird.

GuG-Gesundheit: Wie sicher sitzt denn die Prothese am Stumpf?
Guido Ziemba: Durch den großen Haftreibungskoeffizienten zwischen dem Material und der Haut des Betroffenen in Verbindung mit dem entstehenden Unterdruck zwischen dem Silikonschaft und dem Amputationsstumpf, wird eine hohe Fixierung erreicht. So fest, dass der Betroffene statt einem orthopädischen Maßschuh wieder Konfektionsschuhe tragen kann.

GuG-Gesundheit: Welche weiteren Vorteile gibt es für den Betroffenen und wie sieht es mit der Hygiene aus?
Guido Ziemba: Ein Vorteil ist zum Beispiel die lange Haltbarkeit. Das Material ist ein alterungsbeständiger Kunststoff und besitzt allein dadurch eine lange Nutzungsdauer. Weiterhin erhöht der Betroffenen auch seinen Aktionskreis. Er kann länger und auch sicherer gehen - auch barfuß. Das wiederum bedeutet, dass er ins Schwimmbad gehen kann und das sein Handicap durch das symmetrische Körper- und Gangbild kaum oder gar nicht auffällt. Bezüglich der Hygiene hat das Material ebenfalls klare Vorteile. Durch die hohe Temperaturbeständigkeit des Silikons, ist ein einfaches Sterilisieren der Prothese ohne Probleme möglich. So wird einer Keim- oder Bakterienbildung vorgebeugt.

GuG-Gesundheit: Wie sieht es mit den Kosten aus, bzw. werden diese von den Krankenkassen übernommen?
Guido Ziemba: Durch die lange Nutzungsdauer ist natürlich eine Kostenersparniss gegenüber einer konventionellen Versorgung gegeben. Die jährliche Nachversorgung entfällt und der Betroffene ist natürlich mit dieser Lösung wesentlich zufriedener. Die Krankenkassen zahlen die Basisprothese in der Regel. Bei der kosmetischen Anpassung kann es allerdings zu Abstrichen in der Übernahme oder gar zur reinen Selbstbeteiligung kommen. Das ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Darum ist eine eingehende Beratung im Vorfeld auf jeden Fall anzuraten.

GuG-Gesundheit: Vielen Dank für das Gespräch. 

(AHB)