Vitamin-D-Vorräte auffüllen bevor der Winter kommt

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  • (Copyright: Elena Volkova)

Die Bedeutung unseres "Sonnenhormons":

Vitamin-D-Vorräte auffüllen bevor der Winter kommt

Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin-D-Status und Multipler Sklerose

Die Bedeutung des „Sonnenhormons“ für die menschliche Gesundheit ist in den vergangenen Jahren in den Fokus der Wissenschaft gerückt. Viele Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS), Asthma, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs hin. Unklar bleibt allerdings bisher, was Ursache und was Wirkung ist: Haben Menschen mit einem zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut ein erhöhtes Risiko für diese Krankheiten – oder ist umgekehrt der niedrige Serumspiegel eine Folge dieser Erkrankungen?

Multiple Sklerose und Vitamin-D-Mangel
In Bezug auf MS ist man einer Antwort auf diese Frage möglicherweise näher gekommen. Eine gerade veröffentlichte Studie stützt die Hypothese, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel die Entwicklung der Autoimmunerkrankung begünstigen könnte. Hauptquelle für das Vitamin ist normalerweise der Körper selbst, der es unter Einwirkung von Sonnenlicht herstellt. Kanadische Forscher untersuchten nun vier Genvarianten, die dafür verantwortlich sind, dass weniger des Vitamins produziert wird. Sie fanden heraus, dass Menschen, die von ihrer genetischen Ausstattung her schlechter Vitamin D synthetisieren können, auch ein erhöhtes Risiko haben, an MS zu erkranken. Brent Richards vom Jewish General Hospital in Montreal, Leiter der Studie, zieht aus den Ergebnissen praktische Konsequenzen: “Wir empfehlen, dass insbesondere die Menschen, die eine MS-Erkrankung in der Familiengeschichte aufweisen, einen ausreichend hohen Vi- tamin-D-Spiegel im Blut sicherstellen sollten.“ Wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist, hilft das Sonnenvitamin möglicherweise nicht mehr. Mehrere klinische Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Vitamin D die Zahl der Krankheitsschübe nicht senkt – was allerdings nicht ausschließt, dass ein Mangel an Vitamin D ein (Mit-)Verursacher der Erkrankung ist.

Vitamin-D-Mangel im Winter weit verbreitet
Die Ergebnisse der Studie zeigen einmal mehr, wie wichtig es für jeden ist, einem Mangel an Vitamin D entgegenzuwirken. Im Sommer brauchen die wenigsten eine Unterversorgung zu fürchten: Bei hellhäutigen Menschen reichen normalerweise schon 5 bis 10 Minuten Sonnen- licht auf Händen, Gesicht und Teilen von Armen und Beinen aus, um genügend Vitamin D zu bilden. In der dunklen Jahreszeit ist das anders. Im Herbst sinkt die Strahlungsintensität und damit auch die Bildung des wichtigen Vitamins. Im Zeitraum von November bis Februar stockt die Produktion sogar gänzlich: Die Lichtintensität in unseren Breitengraden reicht nicht aus, um die körpereigene Synthese überhaupt in Gang zu setzen. Bestimmte Nahrungsmittel (z. B. fetter Fisch, Eigelb) enthalten zwar auch Vitamin D, sie können allerdings nur einen Teil (bis 20 Prozent) des Gesamtbedarfs decken.

Körper kann das Vitamin monatelang speichern
Was tun? Die Vorräte auffüllen, bevor die dunkle Jahreszeit beginnt, meinen Experten. Denn der Körper kann das wertvolle Vitamin in seinem Muskel- und Fettgewebe über Monate spei- chern. Wer jetzt seine Vitamin-D-Vorräte aufstocken will, braucht allerdings etwas mehr Zeit als im Sommer: Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sollten sich Menschen mit Hauttyp I oder II (sehr helle oder helle Haut) in den Monaten September/Oktober täglich mindestens 10 bis 20 Minuten der Sonne aussetzen, Menschen mit dunklerer Haut (Typ III) etwa 15 bis 25 Minuten. Bei Mangel: Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel Hat man keine Gelegenheit, das spätsommerliche Sonnenlicht zu genießen, kann es im Win- ter zu einem Vitamin-D-Mangel kommen. Besonders gefährdet dafür sind Schwangere, Säuglinge, ältere oder dunkelhäutige Menschen. Personen, bei denen ein diagnostizierter Vitamin-D-Mangel vorliegt, können – in Absprache mit dem Arzt – zu Nahrungsergänzungs- mitteln greifen. Quelle: dgk