Und plötzlich war die Angst da

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Brustkrebs

Und plötzlich war die Angst da

Früherkennung mit der Mammographie

Als Sabrina an diesem Morgen aufstand und unter die Dusche ging, war die Welt noch in Ordnung. Doch als sie danach beim Eincremen ihrer Brust meinte, einen kleinen Knoten gespürt zu haben, tastete sie die Brust noch einmal ganz genau ab - da war doch was? Sämtliche Alarmglocken schrillten bei der jungen Frau. Gedanken an die Schauspielerin Angelina Jolie, die sich zur Vorsorge ihre Brüste hatte abnehmen lassen, schossen Sabrina durch den Kopf. Was, wenn der vermeintliche Knoten ein Tumor ist? Sie griff kurzerhand zum Telefon und ließ sich umgehend bei ihrem Gynäkologen einen Termin geben. Die Angst war da und die zwei Tage bis zu ihrem Termin waren die Hölle für die junge Frau.

Viele Frauen leben mit der Angst, Brustkrebs zu bekommen. 2011 lag die Fallzahl der Neuerkrankungen mit der Diagnose „Mammakarzinom“ bei ca. 70.000. Theoretisch liegt das Risiko einer Frau, an Brustkrebs zu erkranken bei über acht Prozent. Eine Studie des Robert Koch-Instituts belegt, dass das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 63,5 Jahren liegt. 15 bis 20 Prozent der betroffenen Frauen sind unter 40 Jahre - allerdings ist die Zahl bei dieser Altersgruppe in den letzten Jahren gestiegen.

Die genaue Ursache für den Brustkrebs ist nicht eindeutig geklärt. Fakt ist aber, dass verschiedene Einflüsse das Erkrankungsrisiko erheblich steigern. Dazu zählt eine erbliche Belastung, eine früh einsetzende Menstruation (vor dem 12. Lebensjahr), Kinderlosigkeit, eine späte Geburt des ersten Kindes und eine spät einsetzende Menopause. Neben diesen Faktoren spielt die Lebensweise natürlich auch eine wichtige Rolle. Tabak, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsarmut erhöhen das Krebsrisiko. Obwohl jährlich ca. 17.000 Frauen an Brustkrebs sterben, ist das Mammakarzinom zwar die häufigste aber nicht die gefährlichste Krebsart bei Frauen. Wenn der Krebs rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird, sind die Heilungschancen sehr gut. Die Betonung liegt auf „rechtzeitig“, womit wir bei der Prävention und der Früherkennung wären.

Die Krankenkassen bieten Frauen ab dem 30. Lebensjahr einmal jährlich eine kostenlose Untersuchung der Brust an. Dabei werden vom Frauenarzt die Brüste und die Achselhöhlen gründlich abgetastet. Weiterhin wird die Haut, die Brustwarze und die Form der Brüste untersucht. Zur Prävention gehört auch, das jede Frau einmal im Monat ihre Brust auf Knoten und Veränderungen selber untersuchen sollte.

Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren bieten die Krankenkassen alle zwei Jahre das sogenannte Mammographie-Screening - eine qualitätsgesicherte Röntgenuntersuchung der Brust an.

Lautet die Diagnose Mammakarzinom, ist in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff nötig. Allerdings sind die heutigen Möglichkeiten so weit fortgeschritten, das in bis zu 80 Prozent der Fälle die Brust nicht amputiert werden muss. Die weitergehende Behandlung umschließt eine Strahlenbehandlung, eine Chemo- oder eine Hormontherapie, da viele Tumore östrogenabhängig wachsen.

Der folgende Risiko-Check ersetzt keine ärtzliche Untersuchung und kann Ihnen lediglich Hinweise zu Ihrem Erkrankungsrisiko geben. Sie sollten auf jeden Fall die von den Krankenkassen angebotenen Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen und monatlich einmal Ihre Brüste auf Knoten und Veränderungen überprüfen. Sollten Sie mindestens zwei Fragen aus der Checkliste 1 mit ja beantworten, sollten Sie die Früherkennungsuntersuchungen sehr ernst nehmen und einen Termin mit Ihrem Gynäkologen vereinbaren.

Checkliste 1

  • Hatten Sie die erste Regelblutung vor dem 12. Lebensjahr?
  • Waren Sie älter als 54 Jahre, als Sie Ihre letzte Regelblutung hatten?
  • Sind Sie kinderlos?
  • Waren Sie älter als 30 Jahre, als Sie Ihr erstes Kind bekamen?
  • Haben Sie Ihr Kind nicht oder nur kurz gestillt?
  • Haben Sie Übergewicht?
  • Bewegen Sie sich wenig?
  • Trinken Sie regelmäßig Alkohol (täglich)?
  • Nehmen Sie die Pille zur Verhütung?
  • Haben oder nehmen Sie Hormone gegen Beschwerden der Wechseljahre?
  • Haben bzw. hatten Ihre weiblichen Angehörigen (Oma, Mutter, Tochter, Schwester) Brust- und/oder Eierstockkrebs?