Beim Zahnersatz die richtige Lösung für den Patienten wählen

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  • Zahnarzt Dr. Martin Lensch aus Oldenburg.
  • Das Ziel einer jeden Zahnbehandlung: gleichmäßige, gesunde und schöne Zähne.
  • Das Ziel einer jeden Zahnbehandlung: gleichmäßige, gesunde und schöne Zähne.
    Das Ziel einer jeden Zahnbehandlung: gleichmäßige, gesunde und schöne Zähne. (Copyright: Eraxion)
  • Zahnarzt Dr. Martin Lensch aus Oldenburg.
    Zahnarzt Dr. Martin Lensch aus Oldenburg.

Interview mit Dr. Martin Lensch, Zahnarzt in Oldenburg:

Beim Zahnersatz die richtige Lösung für den Patienten wählen

Bei Zahnverlust sollte umgehend für Ersatz gesorgt werden

Der Begriff Implantate ist heute in aller Munde - und das ist fast wortwörtlich zu nehmen. Vorbei die Zeiten, wo man sein Essen auf Prothesenverträglichkeit prüfen musste. Die Implantate und somit der festsitzende Zahnersatz machen es möglich. Die Kosten für ein Implantat sind unterschiedlich und haben auch sehr viel mit dem verwendeten Material, aus dem der Zahn sein soll, zu tun. Auch gibt es Situationen, wo das Setzen eines Implantats nicht unbedingt die beste Lösung für den Patienten bedeuten muss.

GuG Gesundheit sprach mit Dr. Martin Lensch, Zahnarzt in Oldenburg über das Thema Zahnersatz:

GuG-Gesundheit: Herr Dr. Lensch, mit welchen Wünschen treten Ihre Patienten in der Regel an Sie heran, wenn es um Zahnersatz geht? Dr. Lensch: Die meisten Patienten gehen beim Zahnersatz am Anfang von einer herausnehmbaren Prothese aus. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass die Möglichkeiten des festen, nicht herausnehmbaren Zahnersatzes mit Hilfe der Implantologie in der Öffentlichkeit zwar mittlierweile immer besser kommuniziert werden, aber die vielen Vorurteile über das Thema nach wie vor überwiegen, sodass man erstmal nach der konventionellen Methode fragt. Ein Wunsch steht aber bei allen Patienten an erster Stelle: Zahnersatz, den man weder spürt noch sieht.

GuG-Gesundheit: Welche Vorurteile werden denn angesprochen, bzw. welche Fragen werden hauptsächlich gestellt?
Dr. Lensch: Die Frage nach dem „geht das bei mir überhaupt?“. Dazu müssen Sie wissen, dass sich gerade bei Teil- und Vollprothesenträgern der Kieferknochen zurückbildet. Bei Patienten, bei denen marode Zähne erst entfernt werden müssen, bietet der Kieferknochen meistens eine ausreichende Substanz. Aber selbst wenn die Knochenstruktur nicht ausreicht, ist heutzutage ein Aufbau grundsätzlich möglich.

GuG-Gesundheit: Das heißt aber auch, dass es Situationen bzw. Patienten gibt, denen Sie nicht zu einem Implantat raten?
Dr. Lensch: Sicher. Sie können ja nicht sagen, dass alle Menschen - egal, ob Teil- oder Vollprothesenträger - unbedingt ein oder mehrere Implantat haben müssen. Z.B. sind viele meiner Patienten, die eine Teilprothese tragen, damit voll und ganz zufrieden. Es ist ja nicht so, dass sich nur die Implantattechnologie weiterentwickelt hat. Außerdem gibt es Patienten, die anfällig für Entzündungen sind. Hier ist - trotz aller Vorsicht - das Setzen eines Implantats zu hinterfragen. Das Risiko, dass die Entzündung chronisch werden könnte, ist einfach viel zu groß. Letztlich geht es darum, dem Patienten eine medizinisch einwandfreie, für ihn praktikable, vernünftige und kostengünstige Versorgung zu bieten.

GuG-Gesundheit: Wie hoch ist denn das Risiko bzw. die Erfolgsaussicht bei einem Implantat und wie sehen die Kosten aus?
Dr. Lensch: Das Risiko entspricht dem einer normalen Operation. Die Kosten sind nur individuell zu beziffern, da es mittlerweile viele Zusatzversicherungen gibt und man hier genau planen kann. Die Erfolgsaussicht ist sehr hoch. Aber nur wenn man weiß, dass mit einem Implantat nicht die Mundhygiene endet - nach dem Motto: „Ich habe ja sowieso keine eigenen Zähne mehr - warum also sollte ich sie also putzen?“ Zähne - auch die Dritten - müssen gepflegt werden. Richtig wäre, alle halbe Jahre eine professionelle Zahnreinigung durch eine speziell geschulte Prophylaxemitarbeiterin vornehmen zu lassen. Das gilt übrigens für jeden - also auch für Menschen die noch alle Zähne haben.

GuG-Gesundheit: Welche Materialien werden vorwiegend verwendet und wie sieht es mit deren Verträglichkeit aus?
Dr. Lensch: Die Zeiten von Gold und Stahl sind so gut wie vorbei. Heute ist Vollkeramik das Material, das dem natürlichen Zahn am nächsten kommt. Bei Patienten mit sehr hohen ästhetischen Ansprüchen sind vor allem  im Frontzahnbereich vollkeramische Kronen empfehlenswert. Die Verträglichkeit von Implantat und einer keramischen Versorgung sind sehr hoch. Der ästhetische Anspruch natürlich ebenso. Das heißt aber nicht, dass man mit anderen Materialien nicht ebenfalls eine hohe ästhetische Lösung erreichen kann. Wie schon gesagt, ist jeder Patient individuell und somit auch seine Zahnversorgung.

GuG-Gesundheit: Was würden Sie einem Patienten raten, der über eine Zahnprothese verfügt bzw. jemandem, bei dem Zahnersatz ansteht?
Dr. Lensch: Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten. Ob Implantat oder konventionelle Lösung - Zahnersatz ist auch Vertrauenssache. Wenn der Zahnarzt die Situation und die Wünsche des Patienten kennt, kann er die beste Lösung für den Patienten finden. Darum sollte der Patient dem Zahnarzt gegenüber klar kommunizieren, was er will und wo es vielleicht Probleme geben könnte.

GuG-Gesundheit: Vielen Dank für das Gespräch.

(AHB)