Fitness steigert die Gehirnleistung um 20 Prozent

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Interview mit Dr. Claudia Voelcker-Rehage

Fitness steigert die Gehirnleistung um 20 Prozent

Beginnen kann man in jedem Alter

Frage: Fördert Sport die Gehirnleistung bei älteren Menschen?
Dr. Claudia Voelcker-Rehage: Ja. Immer mehr Studien zeigen, dass ein regelmäßiges moderates Ausdauertraining die Gehirnleistung älterer Menschen fördern kann. Das konnten auch wir in eigenen Studien bestätigen. Und nicht nur ein Ausdauertraining, auch andere Trainingsformen, wie ein Koordinationstraining, also gymnastische Übungen zur Förderung des Gleichgewichts, der Reaktion und Koordination, hat positive Effekte auf die geistige Leistungsfähigkeit.

Frage: Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, darf also darauf hoffen, im Alter ein besser durchblutetes Gehirn zu haben.
Dr. Claudia Voelcker-Rehage: Ja und nein. Die genauen Mechanismen, wie Sport auf das Gehirn wirkt sind noch nicht klar. Ein Mechanismus ist sicherlich eine verbesserte Durchblutung des Gehirns. Das konnte in Tierstudien für Ausdauersport gezeigt werden. Ein Koordinationstraining scheint aber ganz andere Mechanismen anzusprechen. So fördert ein Koordinationstraining unsere visuell-räumliche Aufmerksamkeitsleistung. Das heißt, wir können Informationen in unserer Umgebung schneller wahrnehmen und verarbeiten.

Frage: Welchen Anteil hat die Bewegung denn nun genau an der Leistungsfähigkeit des Gehirns und damit der geistigen Fitness?
Dr. Claudia Voelcker-Rehage: Natürlich steht der Effekt von Bewegung immer in Wechselwirkung mit anderen biologischen und Lebensstilfaktoren, wie beispielsweise genetische Voraussetzungen, Bildungsstand, soziales Umfeld oder auch Ernährungsgewohnheiten. In unseren Analysen konnten wir zeigen, dass die körperliche Fitness immerhin bis zu 20 Prozent der kognitiven Leistung ausmachen kann.

Frage: Können ältere Menschen mit Sport demnach demenziellen Erkrankungen vorbeugen?
Dr. Claudia Voelcker-Rehage: Es gibt in der Tat Studien die zeigen, dass Bewegung präventiv gegen Demenz wirkt. Sie zeigen, dass Personen mit einem aktiven Lebensstil ein geringeres Risiko haben für kognitiven Abbau oder an Demenz zu erkranken als inaktive Personen.

Frage: Bis zu welchem Alter kann man mit Sport beginnen?
Dr. Claudia Voelcker-Rehage: Sport kann man in jedem Alter beginnen und es lohnt sich auch in jedem Alter; nicht nur für das Gehirn. Auch die Kraft, Ausdauer und das Gleichgewicht ist in jedem Alter sehr gut trainierbar.

Frage: Welcher Sport für welches Alter?
Dr. Claudia Voelcker-Rehage: Bezogen auf die Ergebnisse unserer Studie wäre es wünschenswert sowohl ein Ausdauer- als auch ein Koordinationstraining zu absolvieren, da beide Trainingsformen ganz unterschiedliche Effekte zeigen.

Quelle: DAK