„Blutspende“ für die eigene Gesundheit?

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Aderlass – von guten und schlechten Säften

„Blutspende“ für die eigene Gesundheit?

Mittelalterliche Methode zur Gesundheitsförderung ist wieder im Trend

In den Naturheilverfahren wird seit einiger Zeit wieder gerne auf eine Therapieform zurückgegriffen, die im Mittelalter sehr beliebt war: den Aderlass. Diese Methode gehört zur sogenannten Humoraltherapie, die auf Galenus Lehre der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) zurückgeht - nur, dass Galenus im 2. Jahrhundert nach Christus gelebt hat. Erste Berichte über Heilerfolge der Aderlasstherapie finden sich schon in der frühen indischen Medizin (3000 - 1000 v. Chr.). Auch in den ayurvedischen Heilmethoden kommt Aderlass gelegentlich noch zum Einsatz. Doch ist die Methode, die schon vor über 2000 Jahren von Hippokrates angewandt wurde und laut Hildegard von Bingen den Körper „von schädlichem Schleim“ befreien sollte, wirklich noch zeitgemäß? Schließlich ging man damals davon aus, dass dadurch "schlechtes" Blut entfernt werden und somit Krankheiten geheilt werden können. 

„Blutspende“ für die eigene Gesundheit?


Beim Aderlass wird den Patienten mittels einer Flügelkanüle Blut aus der Vene in der Ellenbeuge oder am Hals ausgeleitet. Es gibt keine genauen Vorgaben, wie viel Blut genau entnommen werden sollte, also nimmt man ca. 10 – 15 % der Gesamtblutmenge ab, was nicht gerade wenig ist.

Durch das entnommene Blut tritt eine Blutverdünnung durch eiweißarme Flüssigkeit aus dem Zwischenzellgewebe ein. Dies führt angeblich zu einer verbesserten Viskosität und zu einer optimierten Mikrozirkulation, die Kopfschmerzen, Tinnitus oder Bluthochdruck heilen soll.

Durch den kontrollierten Blutverlust bildet der Körper schnell neue Blutkörperchen, die die Selbstheilungskräfte des Körpers und die Aktivierung des Immunsystems anregen sollen.

Empfohlen wird der Aderlass auch bei Ödemen, Hauterkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Angeblich hilft die Behandlung/Methode zudem präventiv bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und soll so Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Aderlass kann aber auch gefährlich sein, zum Beispiel bei Durchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen oder Blutarmut.

Tatsächlich lässt sich heute nichts von den angeblich therapeutischen Erfolgen des Aderlass wissenschaftlich belegen. Allerhöchstens in so seltenen Fällen wie bei einer übermäßigen Vermehrung von Blutzellen (Polycythaemia Vera) kann die Methode die moderne Behandlung unterstützen. (medicalpress.de)