Überlastung und Reizung der Achillessehne

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Unter Sportlern weit verbreitet:

Überlastung und Reizung der Achillessehne

Schonung aber keine Ruhigstellung

Eine Reizung der Achillessehne ist unter Gelegenheitssportlern und Läufern weit verbreitet. Die Beschwerden werden häufig chronisch, schränken die Bewegungsfähigkeit erheblich ein und stellen Ärzte vor große Herausforderungen. Erstaunlich gut hilft eine einfache Übung, deren Wirksamkeit in Studien unter Beweis gestellt wurde.

Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie überträgt die Kraft der Wadenmuskeln auf die Ferse und ermöglicht somit die Beugung und Seitwärtsbewegung des Fußes, die Grundvoraussetzung für das Stehen, Laufen und Springen. Keine andere Sehne unseres Körpers ist derartig hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Bei Fehlbelastungen kann es zu Reizungen kommen, die schnellstmöglich behandelt werden müssen.

Typische Kandidaten für Sehnenreizung
Grund für eine solche Fehlbelastung ist häufig ein schlechter Trainingszustand, zu kurze Regenerationsphasen nach starken Belastungen oder ein zu schnelles Steigern der Trainingsintensität. Dies geschieht häufig bei „Späteinsteigern“, die sich anfangs zu viel zumuten. Betroffen sind auch Gelegenheitssportler, vor allem Läufer, die nicht regelmäßig trainieren. Männer trifft es fünfmal häufiger als Frauen, vor allem jenseits des 30sten Lebensjahres – vielleicht, weil sie eher dazu neigen, sich zu überfordern.

Aber auch ambitionierte Läufer leiden unter den Symptomen, wenn sie die Sehne überlasten. Das geschieht beispielsweise durch Hügelläufe, bei denen die Wadenmuskeln zu stark beansprucht werden oder durch abrupte Veränderung des Laufuntergrunds. Und weil die Sehne im Lauf des Lebens durch Abbauvorgänge anfälliger wird, haben ältere Menschen häufiger damit zu tun, zumal bei Übergewicht.

Anlaufschmerz: Humpelnd aus dem Bett
Eine Reizung der Achillessehne macht sich durch Schmerzen, Verdickung und Überwärmung bemerkbar. Das Leiden beginnt meist schleichend unter Belastung. Typisch in der Anfangsphase ist ein Anlaufschmerz: Nach Ruhepausen oder morgens ist die Achillessehne leicht versteift und bei einer Belastung nicht elastisch genug, um die Bewegungen schmerzfrei ausführen zu können. Im Laufe der Zeit geht der Anlaufschmerz in einen anhaltenden Schmerz über, der sich mit zunehmender Belastung noch weiter ausprägt. Schließlich wird es unmöglich, sich schmerzfrei zu bewegen oder sportlich zu betätigen. Besonders weh tut es, bergauf zu laufen oder die Treppe hoch zu steigen.

Schnell reagieren
Damit die Beschwerden nicht chronisch werden, heißt es schnell zu reagieren. Zur Behandlung einer Achillessehnenentzündung gibt es einige Methoden, die jeder Betroffene selbst durchführen kann. So können im akuten Stadium Schmerzen und Schwellungen durch kühlende Auflagen gemildert werden.

Trainingspause: Je früher desto besser
Doch das wichtigste ist eine Pause für die Sehne. Nicht im Sinne einer Ruhigstellung des Fußes, sondern im Sinne einer Trainingspause. Alle Bewegungen, die Schmerzen verursachen, sollten vermieden werden – ohne allerdings den Fuß komplett ruhig zu stellen. Solange noch Schmerzen auftreten, sollte man auf ein Training verzichten oder auf Sportarten umsteigen, welche die Sehne weniger belasten, wie Fahrradfahren oder Schwimmen.

Krafttraining: Einfache Übung hilft
Nach Abklingen des Schmerzes ist ein Krafttraining empfehlenswert, um die Achillessehne gegenüber zukünftigen Belastungen zu stärken und weniger anfällig zu machen. Besonders bewährt und durch Studien geprüft ist ein sogenanntes exzentrisches Krafttraining:

-  Stellen Sie sich mit dem Vorderfuß auf eine Stufe (als wenn Sie auf dem Vorderfuß hoch gehen wollten).

-  Drücken Sie sich so weit wie möglich nach oben. Die Position zwei Sekunden halten.

-  Danach die Fersen so weit es geht senken, also bis unterhalb der Stufenkante. Zwei Sekunden halten, dann wieder nach oben.

-  Diese Übung 15 mal wiederholen, 30 Sekunden ausruhen, danach noch mal 15 Übungen durchführen, über eine Dauer von 12 Wochen.

Sanftes Dehnen
Die Sehne sollte vor jedem Training sanft gedehnt werden, aber auch ab und zu zwischen- durch. Wichtig dabei ist, unterhalb der Schmerzschwelle zu bleiben. Die Kräftigungs- und Dehnungsübungen dürfen erst durchgeführt werden, wenn die Achillessehnenentzündung abgeklungen ist. Insbesondere zu frühes und zu ausgeprägtes Dehnen führt fast immer in den Übergang in eine chronische Achillessehnenentzündung.

Überlastungen meiden
Wer einmal Probleme durch eine Überlastung der Achillessehne hatte, sollte besonders gut darauf achten, sie noch einmal zu reizen. Vorderfuß- und Berglaufen belasten die Achillessehnen besonders stark und sollten daher gemieden werden, ebenso wie das Laufen auf sehr weichem Untergrund. Und: Flip Flops sollten zumindest für den Zeitraum, in dem die Reizung besteht, im Schuhschrank bleiben, da sie die Achillessehne unnötig hoher Belastung aussetzen.

Quelle: dgk