Von der Hypnose bis zur Vollnarkose - machen Sie den ersten Schritt

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  • (Copyright: Hongqi Zhang)

Die Angst vor dem Zahnarzt:

Von der Hypnose bis zur Vollnarkose - machen Sie den ersten Schritt

Ca. 5 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer Zahnbehandlungsphobie

Die Angst vor dem Zahnarzt ist eine natürliche Erscheinung, unter der viele Menschen leiden. Das liegt zumeist daran, dass eine Zahnbehandlung oft als unangenehm und bedrohlich wahrgenommen wird. Dies zeigt sich auch in folgenden Zahlen:

• 60-80% der Allgemeinbevölkerung geben ein Angstgefühl vor dem Zahnarztbesuch an;
• bis zu 20% gelten sogar als höchst ängstlich;
• 5% vermeiden den Besuch beim Zahnarzt sogar völlig;
• allein in Deutschland leiden ca. 5 Millionen Menschen an einer Zahnbehandlungsphobie.

Die gesundheitlichen Folgen für diese Menschen sind gar nicht abzusehen. Karies, Parodontose und die damit verbundenen schmerzenden und fehlenden Zähne sind nur die offensichtliche Seite des Problems.  Auf der anderen Seite stehen neben dem Verlust des Selbstbewußtseins und Problemen mit Nacken und Rücken (Verschiebungen bzw. Fehlstellungen des Kiefers wirken sich negativ auf die Wirbelsäule aus) auch die Isolation, weil man sich immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurückzieht. Ein Teufelskreis, der kaum noch zu durchbrechen ist, bildet sich.

Dabei hat sich in der Zahnmedizin in den letzten Jahren viel verändert. Das fängt schon beim Betreten einer modernen Praxis an. Der Geruch - der früher typisch für eine Zahnarztpraxis war und bei vielen Angstpatienten für Schweißausbrüche gesorgt hat - ist komplett verschwunden.  Auch sind die Behandlungsmethoden sanfter und effektiver geworden. Hinzu kommt, dass das Personal und die Zahnärzte um die Problematik wissen und viele Praxen schon von Anfang an sehr sensibel mit dem Thema und somit mit dem Patienten umgehen. Aber wie will man dem Angstpatienten, der seit Jahren keine Zahnarztpraxis mehr von innen gesehen hat, dies alles nahebringen?

Hier hilft letztlich nur Aufklärung. Der Besuch von Informationsveranstaltungen und Vorträge zu dem Thema oder von Internetplattformen oder Homepages von Zahnärzten wären eine gute Möglichkeit für die Betroffenen, den ersten Schritt zu tun.

Dazu Andreas H. Raßloff, Zahnarzt in Oldenburg: „Der erste Schritt ist für die Betroffenen der Schwierigste. Wenn dieser z.B. per E-Mail erstmal gemacht ist, kann man den Patienten in Ruhe und in einer unverfänglichen Umgebung beraten. Denn die Möglichkeiten die uns heute zur Verfügung stehen, sind vielfältig und können somit individuell eingesetzt werden. Das fängt mit der Hypnose oder der Analgosedierung an und endet schließlich bei der Vollnarkose. Während bei der Hypnose Probleme mit der Kooperation des Patienten auftreten können, ist die Analgosedierung (Verabreichung von Beruhigungs- und Schmerzmitteln - die Redaktion) nicht für lang andauernde zahnärztliche Behandlungen geeignet, da ein Risiko besteht, einen Fremdkörper durch die Reduzierung der Schluckreflexes zu verschlucken.
Die besten Erfahrungen haben wir mit der Vollnarkose gemacht. Der „Schlaf“ und das „nicht Mitbekommen“ werden bei den Patienten so positiv aufgenommen, dass diese - selbst nach Eingriffen, die die Sanierung des Gebisses betrafen - ihre phobischen Reaktionen verloren. Die Vollnarkose weist dabei heute das gleiche Risiko wie eine Spritze auf. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Behandlungen ambulant durchgeführt werden können.“
Bleibt nur noch, den Betroffenen zu raten, den ersten Schritt zu tun. Das ist zwar leichter gesagt als getan, aber eine Internetadresse eingeben und eine E-Mail schreiben ist auf jeden Fall leichter, als die gesundheitlichen Folgen zu tragen. (AHB)