Reisen trotz regelmäßiger Blutwäsche

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Touristisches Verhalten von Hämodialysepatienten

Reisen trotz regelmäßiger Blutwäsche

Studentin Caren Weidenfeld untersucht Möglichkeiten

Spontan ein paar Tage verreisen - für Dialysepatienten ist das kaum möglich. Die Auswirkungen der Dialysepflicht auf das Reiseverhalten hat jetzt erstmals die Studentin Caren Weidenfeld an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach im Rahmen ihrer Bachelorarbeit wissenschaftlich untersucht. Sie ermittelte Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen und lieferte Ideen für eine Umsetzung im touristischen Bereich.
Medizinische und touristische Angebotskomponenten, so ihre Studie, sind bereits vorhanden, müssen jedoch noch miteinander vernetzt werden. Außerdem seien die Patienten vielfach verunsichert und müssten besser über das Reisen aufgeklärt werden. Mit dieser Pilotstudie schloss die Studentin erfolgreich ihr Tourismusstudium bei Prof. Dr. Andreas Jain ab.

Hämodialysepatienten, von denen es mehr als 63.000 in Deutschland gibt, sind bereits im Alltag durch die dreimal in der Woche erforderliche, mehrere Stunden dauernde Blutwäsche eingeschränkt. Sie müssen erhebliche Einbußen in der Lebensqualität hinnehmen. Wie die Studie zeigt, hat die Dialysepflicht aber auch starken Einfluss auf das Reiseverhalten: Die Patienten reisen kürzer und zu näher gelegenen Zielen.
Entscheidend sei aber, dass viele Patienten gar nicht mehr reisen, so die 22-jährige Studentin. Als Ursachen machte sie, neben dem gesundheitlichen Zustand, vor allem Angst und Bedenken sowie fehlende Informationen aus. Es bestehe eine große Unsicherheit, die das Reiseverhalten negativ beeinflusse.

Dabei würden viele Patienten gerne reisen, stellte Caren Weidenfeld fest, die Daten von 207 Patienten aus Praxen und Kliniken mittels eines standardisierten Fragebogens analysierte. Dass sich eine hohe Lebensqualität positiv auf die Gesundheit auswirkt und Kosten senken kann, ist vielfach nachgewiesen. Wie man Patienten zum Reisen motivieren kann und ihnen damit ein Stück Lebensqualität zurückgeben kann, wird in der Studie aufgezeigt. Sechs auf die Bedürfnisse von Dialysepatienten abgestimmte Dienstleistungen entwickelte die Autorin, die zugleich Medizin studiert, und gibt Anregungen für deren Umsetzung in der Praxis. Oftmals existierten bereits gute Grundstrukturen, die nur richtig vernetzt werden müssten, so eine ihrer Empfehlungen.

Allerdings gebe es auch einen erhöhten Informationsbedarf: Fast alle Befragten fühlten sich nicht ausreichend informiert und kannten kaum existierende Urlaubsmöglichkeiten. Auch hier müsse angesetzt werden, so Caren Weidenfeld, die sich mit dieser Problematik ebenfalls in ihrer Arbeit beschäftigt. Für die Veröffentlichung hat sie bereits einen Verlag gefunden.
Quelle: idw