Regelmäßige Mundhygiene und Zahnersatzpflege sind auch für Senioren wichtig

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Mehr Biss bis ins hohe Alter

Regelmäßige Mundhygiene und Zahnersatzpflege sind auch für Senioren wichtig

Zahnersatz braucht intensive Pflege

Wenn Sehkraft und Fingerfertigkeit im Alter nachlassen, leidet darunter oft auch die Mundhygiene. Doch gerade im Alter brauchen die Zähne viel Pflege, um gesund zu bleiben. Dank moderner Zahnmedizin gelingt es heute immer häufiger, die natürlichen Zähne bis ins hohe Alter zu erhalten. Eine Studie zur Mundgesundheit hat gezeigt, dass Dreiviertel der 65- bis 74-Jährigen in Deutschland noch über eigene Zähne verfügen. Und die müssen – wie auch jeder Zahnersatz – regelmäßig gründlich gepflegt werden. Gute Zahnpflege ist im Alter wichtig, um Erkrankungen wie Wurzelkaries und vor allem Parodontitis entgegenzuwirken. Denn in der Altersgruppe der über 65-Jährigen nehmen schwere Formen der Parodontitis deutlich zu. Gründe genug, vorzubeugen.

1 x 1 der Mundhygiene
Als einfache Grundregel der Mundhygiene gilt auch für Senioren: Zweimal täglich gründlich Zähne und Zahnersatz mit der Zahnbürste oder speziellen Zahnprothesenbürsten reinigen. Außerdem sollten die Zahnzwischenräume einmal am Tag mit einer Zahnzwischenraumbürste oder Zahnseide von Belägen befreit werden. Der Zungenrücken sollte mit einer weichen Zahnbürste gereinigt werden. Für ältere Menschen, die motorisch nicht mehr ganz so geschickt sind oder unter Schmerzen in den Fingern leiden, sind Zahnbürsten mit individuell gestaltetem Griff oder elektrische Modelle oftmals eine Hilfe. Im Übrigen ist auch mit Zahnersatz die zweimal jährliche Kontrolle beim Zahnarzt notwendig.

Viel trinken, wenig Zucker
Ausreichendes Trinken ist für die Mundgesundheit wichtig. Denn Trinken regt die Speichelproduktion an, und Speichel unterstützt die Selbstreinigung der Zähne. Neben seiner antibakteriellen Wirkung neutralisiert er zahnschädigende Säuren und hilft, Mineralverluste im Zahnschmelz auszugleichen. Ansonsten ist auch aus zahnmedizinischer Sicht im Alter eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung empfehlenswert – möglichst mit vielen Nahrungsmitteln, die man gut kauen muss und die dadurch den Speichelfluss anregen. Zurückhaltend sollten Senioren allerdings Zucker und Zuckerprodukte konsumieren, denn sie sind aufgrund der verminderten Speichelproduktion und des Zahnfleischrückgangs im Alter besonders problematisch für die Zahngesundheit.

Zahnersatz braucht Pflege
Senioren sollten auch wissen, dass ihr Zahnersatz Systempflege braucht. Wird er nicht regelmäßig gereinigt, bilden sich gesundheitsschädliche Bakterienbeläge. Auch unangenehmer Mundgeruch ist eine Folge.
Wie die künstlichen Zähne gereinigt werden müssen, hängt von der Art des Zahnersatzes ab:
• Kronen und Brücken müssen zweimal täglich gereinigt werden, dabei insbesondere die Zwischenräume zwischen den natürlichen und künstlichen Zähnen berücksichtigen. Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten leisten hier gute Dienste.
• Bei Implantaten ist eine besonders gründliche Reinigung, vor allem an den Rändern zur Mundhöhle, notwendig. Es besteht das Risiko, dass dort Bakterien ins Zahnfleisch eindringen und eine Entzündung mit Knochenabbau hervorrufen.
• Herausnehmbarer Zahnersatz sollte mit einer Zahnprothesenbürste und Gelzahnpasta gereinigt werden, um Fäulnis-Prozesse zu unterbinden. Spezielle Reinigungstabletten sind zusätzlich empfehlenswert. Günstig ist es, nach jeder Mahlzeit den Mund auszuspülen und die „Dritten“ unter fließendem Wasser zu säubern. Träger einer Totalprothese sollten zudem die von der Prothese bedeckte Mundschleimhaut reinigen, um die Durchblutung zu fördern und Entzündungen der Schleimhaut vorzubeugen. Quelle: (RaIA/dgk)