Alkoholkonsum und -missbrauch steigen kontinuierlich

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Über 1,6 Millionen Bundesbürger alkoholabhängig

Alkoholkonsum und -missbrauch steigen kontinuierlich

Volkswirtschaftlicher Schaden ca. 24,4 Milliarden Euro

Rund 1,6 Millionen Menschen gelten in Deutschland als alkoholabhängig mit schwerwiegenden Schäden für ihre Gesundheit, zu denen familiäre Probleme und am Arbeitsplatz hinzukommen.
Analysen zu alkoholbezogenen Gesundheitsstörungen und Todesfällen gehen von jährlich 73.714 Todesfällen durch Alkoholkonsum aus. Im Vergleich dazu finden die 5.000 Toten im Straßenverkehr wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Der Anteil von alkoholbedingten Todefällen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren beträgt bei Männern 25 Prozent und bei Frauen 13 Prozent.

Gesundheitliche Folgen übermäßigen Alkoholkonsums über einen längeren Zeitraum
Bei regelmäßig erhöhtem Konsum führt Alkohol in praktisch allen Geweben zu Zellschädigungen. Zu den zahlreichen Organschäden infolge eines chronisch erhöhten Alkoholkonsums gehören vor allem die Veränderungen der Leber (Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose), der Bauchspeicheldrüse, des Herzens (Erweiterung des Herzmuskels) sowie des zentralen und peripheren Nervensystems (Hirnatrophie, Polyneuropathie) und der Muskulatur (Muskelatrophie).
Forschungen zu den langfristigen Effekten von Alkohol belegen darüber hinaus, dass bei langfristigem massiven Alkoholkonsum ein erhöhtes Krebsrisiko besteht (Mund-, Rachen-, Speiseröhrenkrebs und bei Frauen Brustkrebs).
Besonders dramatisch sind auch die Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs bei Schwangeren, denn ca. 10.000 Neugeborene leiden an gesundheitlichen Folgen aufgrund der Abhängigkeit ihrer Mütter.

Mehr Infos unter:
www.nacoa.de der website von NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V.

Volkswirtschaftliche Kosten des Alkoholmissbrauchs
Schätzungen zur Sterblichkeit auf Basis der Krankenhausdiagnostik ergaben, dass zwei Prozent der stationären Behandlungsfälle dem Konsum von Alkohol zuzurechnen sind. Dadurch entstehen Behandlungskosten in Höhe von 2.7 Mrd. Euro.
Die volkswirtschaftlichen Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden auf insgesamt 24,4 Mrd. Euro geschätzt. Diese Summe entspricht 1,16 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Davon entfallen 8,4 Mrd Euro auf direkte Kosten (stationäre und ambulante Behandlung, Rehabliltation) und 16 Mrd. Euro auf indirekte Kosten (Arbeitsunfähigkeit, Sterbefälle und Frühverrentung).
Weitere Informationen zum Thema Sucht unter: www.dhs.de der website der DHS, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen.
(medicalpress)